Heute stand bei Volk 7 die Bildung meines ersten eigenen Ablegers an – und ich merke immer wieder, wie viel man in der Imkerei gleichzeitig lernen, beobachten und bedenken muss.
Da ich aktuell noch im Probeimkern bin, fühlt sich vieles gleichzeitig spannend und respekteinflößend an. Mit jeder Durchsicht wächst zwar die Sicherheit ein kleines Stück, aber genauso auch der Respekt davor, wie komplex und faszinierend ein Bienenvolk eigentlich ist.
Volk 7 zeigte sich heute wieder unglaublich sanftmütig. Die Bienen saßen ruhig auf den Waben und ließen sich angenehm bearbeiten. Gerade als Anfängerin ist das eine große Hilfe, weil man sich dadurch viel besser auf die einzelnen Arbeitsschritte konzentrieren kann.
ABER…
Fast hätte ich die Königin versehentlich mit in den Ableger gegeben. Zum Glück war mein Mentor aufmerksam und entdeckte sie rechtzeitig zwischen den entnommenen Waben. Sie kam sofort wieder zurück in ihr ursprüngliches Volk. In solchen Situationen merkt man schnell, wie wertvoll Erfahrung ist – und dass man in der Imkerei wahrscheinlich nie auslernt. Obwohl sie bereits blau gezeichnet war, fühlte es sich fast unwirklich an, sie plötzlich zwischen tausenden Bienen auf der Wabe laufen zu sehen. Irgendwie wird einem in diesem Augenblick erst richtig klar, dass sich das ganze Volk um genau dieses eine Tier organisiert.
Der Drohnenrahmen wird weiterhin ausgebaut und bei der Schwarmkontrolle konnten erneut keine Weiselzellen gefunden werden. Insgesamt wirkt das Volk ruhig, stabil und in guter Entwicklung.
Besonders gefreut hat mich heute außerdem, dass der Honigraum nun endlich angenommen wird. Noch reicht der eingetragene Honig zwar längst nicht zum Schleudern, aber die ersten bearbeiteten Waben fühlen sich trotzdem wie ein kleiner Meilenstein an. Die Bienen arbeiten eben nach ihrem eigenen Zeitplan – und man lernt ziemlich schnell, dass Geduld in der Imkerei mindestens genauso wichtig ist wie Technik oder Theorie.
Der neu gebildete Ableger kommt jetzt zunächst in den Garten des Bienenzuchtvereins. Dort sollen sich die Bienen eine neue Königin nachschaffen, die später auf ihren Begattungsflug gehen wird. Ich finde diesen Gedanken immer noch unglaublich faszinierend: Aus ein paar Waben, etwas Brut und einer Handvoll Bienen entsteht nach und nach ein völlig neues Volk.
Am Samstag wird bei den anderen Völkern bereits Honig geschleudert. Darauf bin ich besonders gespannt – denn diesmal werde ich nicht nur zuschauen, sondern selbst mit dabei sein.
Ich werde berichten.